Geboren wurde ich in Neustadt an der Weinstraße im Jahre 1958 (nicht das beste Weinjahr). Sicher ist die Pfalz eine der photogensten Landschaften Deutschland, so hatte ich für mein beginnendes Interesse an der Photographie die Motive vor der Haustüre. Ich begann früh zu photographieren, so wie alle anderen auch mit den damaligen Mitteln.

 

Eines meiner ersten und größten Vorbilder war Henri Cartier-Bresson von der Photoagentur Magnum (beim Gründungsevent wurde damals eine Champagnerflasche Magnum geöffnet - angeblich stammt daher der Agenturname). Seine ingeniöse Fähigkeit, Menschen im richtigen Moment zu photographieren und das flüchtige Bild zu einem zeitlos ästhetischen Moment gerinnen zu lassen, fasziniert mich immer noch. Ein anderer Menschenphotograph, den ich sehr bewundere, ist Eugen W. Smith; sein Portrait von Albert Schweitzer werde ich nie vergessen: der gesenkte Kopf mit den grauen Haaren drückt eine demütige wie unbeirrbare Haltuung aus.

Und dann selbstverständlich Edward Weston und Ansel Adams. Ihre Großformat-Photographien, die Tonwerttechnik, die die feinsten Zeichnungen und Differenzierungen des Motivs noch herausarbeiteten, sind für mich sowohl in der analogen wie digitalen Photographie Standard. 

Meine eigenen Photo-Themen sind weit gestreut, Straßenszenen und Sach-Photographie, Architektur und Landschaft, zu allem finden Sie Beispielbilder in der Galerie. Und bei allem geht es mir darum, der sichtbaren Realität einen ästhetischen Moment abzugewinnen, den Moment zu einem wahrhaften Wahrnehmungsmoment zu gestalten. 

Begonnen hat das alles mit einer mittelformtigen Boxkamera - ich stelle hier einige Kameras vor, mit denen ich photographierte, eingedenk der Tatsache, dass sich Adams auch nicht zu schade war, mit einer Lochkamera zu experimentieren.

Zeiss Icon Box

 

Meine erste Kamera war eine Zeiss Icon Box - sie hatte ein einfaches Görz Objektiv und das Mittelformat 4,5x6 cm². Der Filmtransport geschah mittels einer Handkurbel, in den kleinen roten Sichtfenstern konnte ich anhand der Nummerierung kontrollieren, ob der Film weit genug vorwärts transportiert wurde. Mit dieser Kamera konnte man z.B. sehr gut das gleiche Filmfeld doppelt belichten, ohne komplizierte mechanische Kniffe anzuwenden, da der Filmtransport nicht den Verschluss wiederspannte. Meist geschahen Doppelbelichtungen jedoch nicht aus kreativer Intuition, sondern weil ich vergaß, den Film weiter zu drehen. Zwei Sucher erlaubten einfachen Wechsel zwischen Hoch- und Querformat, allerdings löste der Verschluss im Laufe der Zeit bei der Haltung im Querformet kaum nocht zuverlässig aus. Schließlich ist die Kamera etwa 70 Jahre alt, da kann sie auch einmal einige Ermüdungserscheinungen aufweisen.

Zeiss Ikon Sucherkamera

Als nächste Kamera hatte ich eine Sucherkamera, ebenfalls von Zeiss mit einem 40 mm Anastigmat. Mit ihr fotografierte ich zum ersten Mal an der Nordsee - genauer auf der Insel Texel - die Sandstrukturen und die Lichtstimmungen über dem Meer. Das sind Themen, die mich nie mehr losgelassen haben wie die Bilder von Wangerooge oder Sylt sehr gut zeigen. Der Belichtungsmesser ist ein Selenbelichtungsmesser, der heute noch anspricht, allerdings nicht mehr zuverlässig misst.

 

Arca Swiss 13x18 cm²

Mit dem Qualitätsstreben wuchsen auch die analogen Film-Formate mit, ich fotografierte 20 Jahre lang mit einer Hasselblad. Dann musste es auch noch eine Arca Swiss Großformatkamera für Format 13x18 cm² sein. Selbstverständlich photographiere ich heute digital (aktuell mit einer Nikon D 700), aber ganz hat die digitale Photographie, so phantastisch ihre Möglichkeiten sein mögen, die analoge Großformat-Photographie noch nicht verdrängt. So verwende ich die Arca Swiss heute noch für Sach-, Landschafts- und Architekturaufnahmen, (auch wenn es immer schwieriger wird, die passenden Filme für das Format zu erhalten).